Steuerrecht - Schnepper Melcher Rechtsanwalt in Freiburg

Fachanwältin stellt vor: Neue Düsseldorfer Tabelle 2020

Auf der Grundlage der zweiten Verordnung zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung wurde nun die Düsseldorfer Tabelle 2020 vom OLG Düsseldorf veröffentlicht. Bei dieser Tabelle handelt es sich um Unterhaltsleitlinie, die das genannte Gericht in Abstimmung mit den für Familiensachen zuständigen anderen Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag jährlich bekannt gibt.

Die daraus folgenden neuen Unterhaltsbeträge gelten ab 01.01.2020. In der ersten Altersgruppe wird der Mindesunterhalt von € 354,00 auf € 369,00, in der zweiten Altersgruppe von € 406,00 auf € 424,00 und in der dritten Altersgruppe von € 476,00 auf € 497,00 angehoben. Hiervon ist jeweils das hälftige Kindergeld in Abzug zu bringen. Diese Erhöhung des Mindestunterhalts führt zugleich zu einer Änderung der Bedarfssätze der zweiten bis zehnten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle. Sie werden wie in der Vergangenheit in der zweiten bis fünften Einkommensgruppe um jeweils 5 Prozent und in der sechsten bis zehnten Einkommensgruppe um jeweils 8 Prozent des Mindestunterhalts angehoben.

Der Bedarf eines volljährigen Kindes, welches im Haushalt eines Elternteils lebt, wird nur geringfügig von € 527,00 auf € 530,00 angehoben.

In Anlehnung an den zum 1. August 2019 gestiegenen Höchstsatz nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz steigt der Bedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, von bisher € 735,00 auf € 860,00 ( einschließlich € 375,00 an Warmmiete ).

Erstmals seit 2015 ändert sich der sogenannte Selbstbehalt ( der notwendige Eigenbedarf ), der dem Unterhaltspflichtigen zusteht. Der Selbstbehalt von nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen steigt von € 880,00 auf € 960,00, der von Erwerbstätigen von € 1.080,00 auf € 1.160,00 (bei einer Warmmiete von € 430,00). Der angemessene Eigenbedarf eines Elternteils gegenüber volljährigen Kindernwird auf € 1.400,00 angehoben, bei einer Warmmiete von € 550,00.

Ein deutlicher Anstieg ist auch beim Eltern-/Verwandtenunterhalt zu verzeichnen. Dem unterhaltspflichtigen Kind muss ein Selbstbehalt von € 2.000,00 (bei einer Warmmiete von € 700,00) zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens verbleiben.

Ist der Kindesunterhalt dynamisch tituliert, passt sich der zu zahlende Unterhaltsbetrag automatisch an. Der Unterhaltspflichtige schuldet dann ab 01.01.2020 ohne weitere Aufforderung den höheren Unterhaltsbetrag. Erhöht er seine Zahlungen nicht, kommt er in Verzug.